Begehung der Unnaer Innenstadt mit Mitgliedern des Behindertenbeirats

Ich konnte zusammen mit Bündnis 90/Die Grünen und Mitgliedern des Behindertenbeirats kürzlich gemeinsam die Unnaer Innenstadt begehen. Ziel des einstündigen Rundganges war, Mängelstellen auf Gehwegen und an Bushaltestellen aufzuzeigen und über Verbesserungsmöglichkeiten für den Fußverkehr nachzudenken.

Es sind oft die kleinen Dinge, die einen großen Unterschied ausmachen können. Wie passe ich das Pflaster um einen Gullydeckel an, damit er nicht hervorsteht; welche Farben hat der Bodenbelag, so dass auch Menschen mit eingeschränkter Sehkraft sich zurechtfinden; kontrolliert die Stadt die Parkplatznutzung ausreichend? Teilhabe bedeutet selbstständige Mobilität – zu Fuß, mit dem ÖPNV oder im Auto – zu ermöglichen, ein solcher Termin vor Ort hilft dabei sich die Bedürfnisse und Hindernisse vor Augen zu führen.

Hans Hierweck

Zwar ist die Innenstadt mittlerweile in guten Teilen saniert bzw. Im Umbau, dennoch konnten wir einige Problemstellen ausmachen und uns darüber austauschen. Sehr authentisch schilderte Herr Baran während des Rundgangs die Schwierigkeiten, mit denen Rollstuhlfahrende und Rollatorennutzer bei Steigungen, Schrägen und Unebenheiten zu kämpfen haben.

Am augenfälligen Beispiel der verbotswidrigen Parkens auf der Flügelstraße wurden die nachteiligen Folgen für das Durchkommens des Fußverkehrs aufgezeigt. Durch dort aufgestellte Schutzbügel, herausgestellte Waren, Mülltonnen und parkende Fahrzeuge ist die Restbreite von nutzbaren Gehwegen oft so schmal, dass auf dem Fahrweg ausgewichen werden muss.

Ein weiteres Thema der Begehung war der mangelhafte Ausbau der Bushaltestellen im Unnaer Stadtgebiet. Das derzeit gültige Personenbeförderungsgesetz besagt, dass alle Bushaltestellen ab dem 1.1.2022 barrierefrei ausgebaut sein müssen. Dies ist in Unna bisher leider nur zu einem sehr geringen Maßstab geschehen.

Die Autovorrangpolitik der auslaufenden Regierung hat hier zuviel unter die Räder kommen lassen! Und dass ein regionaler Umsteigebahnhof wie Unna Rollstuhlfahrer, Kinderwagen und E-Bikes immer noch behindert oder ausschließt ist ein Skandal!

Hans Hierweck

Während des gemütlichen Abschlusses der Begehung im Katharinen Hof besprachen wir weitere Widrigkeiten für Zufußgehende, Radfahrer*innen und ÖPNV-Reisende. Mehrfach kritisiert wurde der nichtbarrierefreie Zugang am Unnaer Bahnhof zum Gleis 1 und Gleis 18, die oft durch den parkenden Verkehr schwierige Situation für Fußgänger und Radfahrende an der Morgenstraße, die oft durch Kurzparker missbrauchten Behindertenparkplätze sowie die verkehrlich schwierige Situation an der Falkstraße rund ums CKU Süd.

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